Centralia

  • Datum -
  • Ort
    Festivalzentrale: Atelier Augarten
  • Poulomi Basu, Centralia, 2020 © Poulomi Basu Poulomi Basu, Centralia, 2020 © Poulomi Basu
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Centralia ist eine Geschichte voller Geister. Teils Traum, teils Albtraum; eine halluzinatorische Reise, die durch die Überlagerung von dokumentarischer und inszenierter Fotografie, gefundenen Dokumenten und Tatortfotos eine komplexe Erzählung ans Licht bringt. Dabei tauchte Poulomi Basu in einen blutigen, jedoch weitgehend unbekannten, seit fünfzig Jahren bestehenden Konflikt in Zentral- und Ostindien ein: den Kampf der indigenen Bevölkerungsgruppen der Adivasi unter der maoistischen Guerilla gegen den indischen Staat. Es ist ein komplexer und vielschichtiger Kampf um das an Bodenschätzen reiche Land und dessen Rohstoffe. Um die Geschichte zu erzählen, konzentriert sich Basu auf die in diese Revolution involvierten marginalisierten Frauen, sie hinterfragt die Konventionen und Konformitäten der Rolle von Frauen in der ländlichen Gesellschaft und stellt sich gegen die sozioökonomischen Ungerechtigkeiten des indischen Staates, das Patriarchat und das Kastensystem. Es ist eine komplexe Reise, die im Schatten der Nacht aufgenommen wurde. Wie eine Zauberin enthüllt Basu ihre Geschichte, verwirrt unsere Perspektiven mit übernatürlichen Szenen und stellt unsere oftmals starre Vorstellung von dokumentarischem Erzählen infrage, wenn sie Wahrheit und Wirklichkeit verschwimmen lässt. Centralia beschreibt die Ausbeutung sowohl der unterdrückten Gesellschaft als auch der sie umgebenden Umwelt durch Bilder von Chaos und Drama, eine verdunkelte, brennende apokalyptische Landschaft – eine Landschaft des Traumas. Basu weigert sich, uns an der Hand zu nehmen, während wir uns auf diese Reise einlassen, und ver- langt, dass wir dieses Gefühl der Desorientierung und Manipulation selbst erfahren, und zwar durch schonungslose Bilder, die gleichermaßen schrecklich wie verführerisch sind.


Künstlerin: Poulomi Basu

1 Festivalzentrale: Atelier Augarten
Scherzergasse 1A, 1020


Ausstellungsdauer
09. – 27. März 2022
täglich 11:00– 19:00


Eröffnung
09. März, 17:00